Kunstkontakter - Berlin weekly No. 51

Nach 9/11 verständigte sich der Westen Ruckzuck auf eine eigene  Invasion Afghanistans um die dort mittlerweile regierenden Taliban, die  ein fast genauso brutales Regime errichtet zu haben schienen, wie der  Steinzeitkommunist Pol Pot, von der Macht zu vertreiben. Schließlich  galt es unsere FDGO eben auch fern der Heimat zu verteidigen. Acht lange Jahre sind seitdem vergangen, ohne dass es zu einer bedingungslosen  Kapitulation der Taliban gekommen wäre. Kulturkämpfer ergeben sich  nämlich nicht. Nirgendwo.

Dass die mögliche Aufstockung des deutschen Truppenkontingentes  vor diesem Hintergrund eine besonders große Dummheit wäre, ist bisher  leider kein Thema in der Debatte rund um den entzauberten Shootingstar  von Guttenberg gewesen. Zufällig begab es sich jedoch, dass wir am  Freitagabend in der Akademie für Malerei in Berlin-Charlottenburg auf  den Zwischenprüfling Steffen Blunk trafen, der sich in seiner  Installation KABUL dem Thema der schleichenden Militarisierung des  Denkens widmete. Sehr sinnig insbesondere seine kriegsversehrten  Schlümpfe, deren Anblick das Grausen über unsere Politbanausen noch  verstärkte. Dass wir keine 100 Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs auf so wenig kompetente und dafür umso forschere Minister angewiesen  sind, sollte eigentlich viel mehr Künstler zwischendurch mal ins Grübeln bringen, auch wenn sich seit ein paar Tagen abzeichnet, dass dem  Wahnsinn, deutsche Soldaten in einen Vernichtungsfeldzug zu schicken,  wohl doch noch abgeschworen wird.

 

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