Die Werkserie „Brave New INSTA World“ führt vom reinen Akt weg und bezieht sich direkt auf Fotos oder Videostills aus Instagram. Welches Selbstbild vermitteln vornehmlich junge Frauen von sich in der Öffentlichkeit? Wie wollen sie wahrgenommen werden? Social Media hat die Möglichkeiten ein Traumbild von uns zu zeichnen und zu veröffentlichen radikal verändert. In der Folge stellt sich die Frage: Ist es real oder ist es nur ein Reel?
Der künstlerische AKT als Herausforderung: Nacktheit als Dauerschleife in Film, Fernsehen, Fotografie, Mode. Nacktheit als Ausdruck von Freiheit und Entfaltung aber auch dargeboten dem Täterblick. Der AKT als Selbstdarstellung in Social Media, Anbiederung an vorgegebene Schönheitsideale, die einzuhalten sind. Sehnsucht, Verlangen, Phantasien, auch unmoralische, weswegen Männer sich oft in ihrem Voyeurismus erwischt fühlen, wohingegen Frauen sich wahrgenommen fühlen. Deswegen habe ich mehr Sammlerinnen als Sammler. Spannend für mich: das Malen des Aktes. Der gemalte Akt ist mir langweilig. Deswegen habe ich ihn aus den Bildern entfernt. Und die Betrachterin, der Betrachter sind sich selbst überlassen. Sich, ihrer Vorstellungskraft, ihrer Phantasie.
In meinem Werkzyklus „DOGGERBANK: Eine Spurensuche“ widme ich mich dem Leben meines Großvaters Gerhard Blunk. Seit 2020 entstehen Ölbilder, die zusammen mit Originaldokumenten und Texten Einblick in das Leben und Sterben eines einfachen Matrosen inmitten einer wahnsinnig gewordenen Welt geben.
Beleuchtet wird eine weitgehend unbekannte Seite des Seekrieges, die ihre Linien bis weit nach den Krieg, ja, bis in unsere Zeit zieht. Und gleichzeitig suche ich nach einer Antwort: Waren meine Großeltern Mitläufer, Sympathisanten oder überzeugte Nationalsozialisten?
In „Ikonografie des Krieges“ spüre ich einem Aspekt nach, der in Kriegen seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle spielt: Nämlich welche Bilder wir uns von ihm machen. Ich male keine Kriegsbilder, sondern Bilder von Kriegsbildern. Dabei fällt auf, dass uns mittlerweile wieder ein ganz seltsames Bild vom Krieg gezeigt wird. Unsere Kriege sind hochästhetisch. Heroisch, manchmal fast romantisch, oder entspannt, wie der Soldat, der gemütlich auf dem Sofa im Palast Saddam Husseins eine Zigarette raucht, nachdem Bagdad gefallen war. Das sind Bilder vom Krieg, wie sie schon unser letzter Kaiser gern unter sein Volk gebracht hat. Blutig und grausam ist Krieg immer nur auf der anderen Seite, wenn wir zeigen wollen, warum unser Krieg gerecht und gut ist.
Die Bildsprache, die unsere Politik und unsere Medien heute einsetzen, dient wieder einer Propaganda – und führt dazu, dass wir, die ja den Krieg (noch) nicht selbst erlebt, ein grotesk verzerrtes Bild vom Krieg hat.
Die Wirkmacht der Bilder
„Schlussendlich ist die Erforschung der Wirkmacht der Bilder eine wesentliche Komponente des bildnerischen Schaffens von Steffen Blunk. Dabei gelingt es ihm, den Betrachter in seine malerisch fein differenzierten Bildwelten zu locken, um ihn dann mit der Dynamik der eigenen Erinnerung oder Vorstellungen zu konfrontieren. Ganz im Sinne des amerikanischen Bildwissenschaftlers W. J. T. Mitchell: „Sie (die Bilder) sind gespenstische Erscheinungen, die sich vor unseren Augen oder in unserer Fantasie materialisieren“. (W.J.T. Mitchell: Das Leben der Bilder, München 2008). Dieses Potenzial haben die Werke von Steffen Blunk und das macht sie im Zeitalter der medialen Bilderflut wesentlich.“
(aus: „Die Wirkmacht der Bilder“ von Andrea-Katharina Schraepler)
Kommende Ausstellungen
Oma, Opa und das Böse an sich
5.9. – 11.10.2026
Linda Blüml | Steffen Blunk | Detlef David | David Dibiah | Andreas Helle | Halina Hildebrand | Stephanie Hüllmann | Kaj Osteroth | Thomas Wernicke | Ila Wingen
Kurator: Steffen Blunk
Vernissage:
Samstag, 5. September, 15 Uhr
Finissage und Lesung:
Sonntag, 11. Oktober, 13 bis 17 Uhr | Lesung: 15 Uhr
NEUE GALERIE des Landkreises Teltow-Fläming
Gutenbergstraße 1
15806 Zossen (Wünsdorf-Waldstadt)
033702 21810
www.teltow-flaeming.de/neue-galerie
Öffnungszeiten
Do. bis So. 13 bis 17 Uhr, auch an Feiertagen
Spieglein Spieglein an der Wand
wer ist m/w/d in diesem Land?
9.10. – 1.11.2026
Frauke Beeck | Steffen Blunk | Catherine Bourdon | David Dibiah | Anja Eichler | Peter Hintz | Kama Jackowska | Maria Korporal | Petra Lindenmeyer | Peter Möller | Agnes Pschorn | Sandra Schmidt | Marianne Stoll | Corinna Rosteck
Kurator:innen: Frauke Beeck und Anja Eichler
Vernissage:
Freitag, 9. Oktober, 19 Uhr
Kaffeekränzchen:
Sonntag, 1. November, 15 Uhr
Verein Berliner Künstler
Schöneberger Ufer 57
10785 Berlin
https://vbk-art.de
Öffnungszeiten
Mi. bis So. 15 bis 18 Uhr
Ölmalerei lernen
Einzel- und Kleingruppenunterricht
In meinem Atelier in Wriezen biete ich Einzelunterricht sowie Unterricht für Kleingruppen bis drei Personen – ausschließlich zur Ölmalerei – an. Termine frei vereinbar, Beginn jederzeit möglich. Preis auf Anfrage. Bei Interesse schreiben Sie bitte an info@steffen-blunk.de oder rufen Sie an: 0179 9070124.
Bildbesprechungen
Sie haben schon Erfahrungen mit Malerei, sind sich aber nicht sicher, wie es weitergeht? In einem etwa 90 minütigem Gespräch zeigen Sie mir Ihre bisherigen Arbeiten und erhalten ein ehrliches Feedback. Kosten: 90,- €. Bei Interesse schreiben Sie bitte an info@steffen-blunk.de oder rufen Sie an: 0179 9070124.